Inseln liegen verlassen da!

Die Reise setzt sich fort in Mahebourg [Maibuh] in einer einfachen Unterkunft die leider gerade erweitert wird. Drum gibt es ab 7.00 immer rambazamba und um die 5 Fenster meiner Bude wuseln Bauarbeiter rum ohne Ende. Also liegen bleiben is ungemütlich und das Frühstück kein Bufett sondern ein Tablett auf der Baustelle.  Nur gut daß ich derzeit nicht lange bleibe. Man merkt auch, daß der Betreiber voll auf Transitgäste setzt. Ich bin ja auch wegen der Nähe zum Flughafen noch hier her gegangen für 4 Tage.

Aber da gibt es mehr zu entdecken.

Erst mal muss ich mir paar Ersatzklamotten kaufen. Hab langsam Sachen verbraucht. Also giebt es eine Bustour in eine Einkaufsstadt Curepipe im Zentrum der Insel. Nach ewigem Suchen hab ich immerhin eine Hose bekommen, auch wenn es sehr schweres Material is.20170902_130110.jpgAm nächsten Tag wollte ich in ein Schutzgebiet einer privaten Farm. Saß aber grad in einem Bus der voll in den mir noch relativ unbekannten Norden eintaucht. Also erst mal vorbei an der Farm und an der Küste entlang und nach einer langen Busstunde warte ich auf den Retourbus zur Farm. Das Aussteigen dort hätte ich mir aber sparen können, weil sie gerade geschlossen haben. Sie machen heute angeblich Jagd auf die überhand nehmenden Schweine und Rehe.So lauf ich bisserl an der Küste entlang zurück nach „maibuh“. So komm ich auch vorbei an der Landungsstelle der ersten Menschen auf der Insel vor knapp 420 Jahren.

Am nächsten Tag dann die Supertour auf den Löwen. Der Berg hat die Silhouette einer Spinx und es wurde oben am Hals eine geile Kletterpartie. Nur beim runter Kraxeln kommt mir das Rudel entgegen und ich muss an der Engstelle 1/2 Std Pause machen.

Die 3 Guide schieben einen Touri nach dem anderen hoch, ca 40 Leut, die eigentlich für sowas nicht gebaut sind. Icg sitz derweil auf einem einsamen Felsvorsprung und die Geschobenen wundern sich nur drüber, wie man da sitzen kann. Man, bin ich froh da oben auf dem engen Platz, der Glatze des Löwen die letzte Stunde allein verbracht zu haben.

Nur paar Geckos und Vögel haben mich „belästigt.“

Zurück komm ich in ein verrücktes Gebiet.  Auf die Farm mit der Jagd. Alles war eingezäunt und ich mittendrin. Hab bei jeder Kurve erwartet, daß jetz gleich das Geballere los geht. Aber das war doch gestern. Keine Aufregung!

Thja – und der letzte Tag vor dem Abflug abends war dann nix berühmtes mehr. Bisserl Strand kucken und kucken daß ich bisserl fit werde. Es bahnt sich eine Erkältung an.

Die schlaucht mich auch auf dem Flug nach Istanbul. Da sitz ich jetz nach meiner Einreise in die Türkei am Domestik Terminal und warte auf meinen Anschluss nach Kayseri.

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Endphase auf den Inseln

Jetz überschlag ich mich mit Berichten aber es steht ein Hotelwechsel an und so is Mal wieder meine Internetzukunft ungewiss.

Bin also – wie soll es auch anders sein – gut in Mauritius angekommen und hatte auch gut Zeit mein Hotel zu finden. Mit meiner Auswahl hatte ich diesmal mehr Glück, denn die Anlage is kleiner, sogar billiger aber von der Küche her auch um einiges besser als meine letzte Anlage hier auf Mauritius.

Nun, der Strand is Mini geb ich zu, aber den brauch ich ja eh nicht ausser abends zum sunsetdowney oder so!20170825_175801.jpg

Erst mal hab ich meine Sepsis hier ausgesessen und bin froh, daß weder die Intensiv noch der Urwald erforderlich wurden. Aber das is typisch wie die Geschicke so spielen. Die vielen Beschwörungen – ich soll ja vorsichtig sein – wurden auf meinen Touren berücksichtigt und dann kommt im Bett so ein kleiner infektiöser Insektenbiss, der durch bisserl kratzen zur Plage wird. Überstanden denk ich und schon hatte ich zwei weitere Blödheiten auf Lager.20170826_175510.jpgBei einer Fahrt mit dem Bus zum Hotel hau ich mir saumäßig mein Knie an und spüre erst später, daß da was nicht stimmt. Doch zur genaueren Analyse komm ich gar nicht, weil ich mit dem Fuß unter die scharfkantige Duschtüre rutsch. Der aufgeschnittene kl. Zeh blutet zum Glück so stark, daß sicherlich alle Bakterien und so komische Türbrösel rausgespült wurden aus der Wunde.

So, jetz wisst ihr auch warum ich gestern so viel Zeit hatte, mal den Bericht bis zum 25.8. zu schreiben und warum ich ausführlich die Geckos im Hotelgarten beobachten konnte.

Heut war es dann ein schmerzhafter Fehler und Dummheit dazu. Ich kann ja nicht still halten und hab mir gegen meinen Willen ein „leichtes“ Ziel ausgesucht – einen der ältesten Botanischen Gärten dieser Erde. Sowas mag ich aber eigentlich nicht, wenn ich noch dazu so tolle Natur um mich rum hab. Aber is abgehakt, dieser Touristenmagnet.

Ach da war doch noch was. Gut daß ich bevor ich unter die Duschtür kam noch auf einen der Gipfel hier war „Le Pouce“. Ach mensch – sowas fehlt mir jetz erst mal.

Aber bis zu meinem Rückflug bin ich hoffentlich wieder vollkommen hergestellt. Ich schwebe nämlich bereits in Tagträumen in der Türkei herum. Ich werde voraussichtlich meinen Rückflug dort unterbrechen und bis Ende September mich treiben lassen bei „schwarzen Oliven, Pastirma, Schafskäse und herrlichem Pide“. Und am Schluss freu ich mich wieder mal auf ein paar tolle Tage in Istanbul.

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Ich bleib in Reunion. Da wart ich auf den Bodo bis er wieder zurück kommt!

Kurz vor Ende August

Zeit wird es, daß ich wieder was schreibe!20170821_142014Ich möchte euch ja wirklich nicht mit meinen ewiggrünen Berichten langweilen aber das is einfach mein Ding und jetz, nach drei Wochen mit vielfältigen Erlebnissen ist es für mich schon fast ein Rekapitulieren dieser Zeit.20170822_091319.jpgPaar Tage nach der Tour mit Claus durch den „Wilden Süden“ ging es mit Christina in die „Drei Wälder“. An diesem Tag bekomme ich wunderbar erklärt, wie vielfältig die Botanik hier ist und daß es hier viele Klimazonen mit unterschiedlichster Vegetation gibt.

Kurz drauf geht es noch einmal hoch hinauf, diesmal über Gregues. Etwas anstrengend – aber extrem grün – habe ich nach der Tour mit Christina mich hier mal bisserl stärker mit Farnen beschäftigt.

In den Tagen danach begann für mich das Zappeln. Klappt es oder nicht? Der Heliflug über die Reunion stand auf dem Plan.  Da für mich nur die grosse Tour in Frage kommt – die kleinen sind mir zu aufwendig und schwupsdiwupp rum – brauchen wir super Wetter und wenig Wolken im gesamten Inselgebiet. Oh je, daß gibt es nicht so oft. Drum ist der erste Termin auch buchstäblich ins Wasser gefallen. Das war sogar ein Superregentag. Grausig – fünf weitere Tage auf den nächsten freien Flug warten zu müssen!

18.08.17 erwartete uns ein perfektes Wetter – Optimum! Ab, morgens zum Flughafen. Bei meinem ersten Heliflug is die Spannung natürlich dementsprechend.

Vor lauter gucken, spüren und erleben kommt erst gar kein flaues Gefühl im Magen auf. Diese Tour, knapp über die steilen Grate hinweg und durch enge Schluchten hindurch, kann man einfach nur empfehlen und ohne einen Moment zu zögern muss es einfach die grosse Runde sein. Selbst die eine Stunde is im nu rum.

Auch der Vulkan und zur Zeit im Besonderen is auch der Ausbruch im Flug inbegriffen. Einfach Geil!

Als allerletzte Draufgabe auf Reunion hat mir Claus in den letzten Tagen noch einen Ausflug in den zweiten der drei Cirque organisiert – Salazie. Seit diesen drei Tagen dort ist mir klar: So fit wie zur Zeit, war ich in meinem ganzen Leben noch nicht. Dazu musste ich erst 54 werden.

Ursprünglich wollte ich am ersten Tag noch eine kleinere Trainingstour auf den zentralen Gipfel Anchain mit 800hm machen, doch das herrliche Wetter lockt mich sofort auf die grosse Tour. Mit 1400hm und einer heftigen Querung im Wald von Bebour und Belouve wohl kein Kinderspiel. Worauf ich mich da aber wirklich einlasse, wird mir wieder mal erst später klar. Also von Hell-Bourg rauf auf das Cap Anglais.

Wau geschafft ( hat aber auch 3,5 Std gedauert). Aber jetz noch rüber vom Cap Anglais zur Gite (Hütte) de Belouve. Ach Gott – is das wieder ein herrliches Schlammmassel. Nur meiner Fitness habe ich es zu verdanken, daß ich diese Gewaltstrecke wirklich genießen kann.

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Schad, da würde ich aber auch gerne irgendwo übernachten, wenn es erlaubt wäre. Leut – ich geb es zu – auf diese Tour bin ich stolz. Von der Gite de Belouve geht es wieder runter nach Hell-Bourg. Einfach herrlich.

Am nächsten Tag hat das Wetter zufällig gewechselt von einem Talkessel zum andern. Salazie war heut ohne Wolken und Belouve war dicht, perfekt für die kleinere Tour auf den Gipfel Anchain. 20170822_090444Der Weg schmiegt  sich extrem an die steile Nordwestflanke des Berges doch der Pflanzenbewuchs lässt selten erahnen, wie steil es wirklich ist.

Oben angekommen erwartete mich sowas wie eine Mikrowelt, eine krumme Hochebene, auf der locker Reste einer längst vergangenen Zeit überlebt haben könnten, sowas wie Jurassic Plateau.

Der Rundgang beschert herrliche Ausblicke über den Cirque de Salazie und die Jurassicüberaschung für mich ist diese Orchidee, nirgends sonst!20170822_131741

Zurück zu Claus und Christina fuhr ich mit den Bussen entlang der nördlichen Küstenregion der Insel. So hab ich auf einem Zwischenstop noch bisserl die Hauptstadt St.Denis erkundet.

Drei Tage später geht es flugs nach Mauritius.

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Ade Reunion, ich komme wieder!

 

Kurzfassung der ersten 10 Tage im August

Leut macht euch keine Sorgen falls ich mal nicht mehr blog. Mein Handy hat inzwischen paar Eigenheiten entwickelt.

NNun – was war los seit Cilaos?

BBin mit dem Bus noch gut runter gekommen an die Küste obwohl wir schon so manchem kleineren Erdrutsch und auch grösseren Steinschlagbrocken ausgewichen sind. Entsprechend meinen Infos wurde nach unserem Bus dann auch die Strecke für drei Std. gesperrt. Ein Bulldozer kam uns zum räumen ja auch schon entgegen.

AAber das is hier eine Lapalie und Routine genau so wie für mich das Warten auf die Anschlussbusse bis runter nach Manapany. Zum Einen hab ich mich nicht gut genug ausgekannt welche Busse ich alle hätte nehmen können und zum Anderen fahren die Südroute wesentlich weniger Busse als die nördliche. Dafür is die Landschaft hier weit interessanter für mich als im Norden.

 

IIch bin trotzdem überaschend pünktlich an meiner nächsten Unterkunft in Manapany de bain und Gandalfs Safari Camp entspricht so ganz meinem Geschmack. Nö Nö – kein Zeltlager das noch auf meiner Wunschliste steht – aber eine tolle Unterkunft. Und die Zwei die das Haus bewirtschaften sind die super Überaschung für mich. Cristina und Claus sind nicht nur Deutsche sondern vermitteln ein enormes Wissen über die Insel. Das ginge auf französisch bei mir ja leider nicht. Und so individuell wie die beiden ist auch Ihr Haus sehr persönlich gestaltet mit einem herrlichen Garten und einer wunderbaren Gästeterasse. Da gibt es für mich jeden morgen ein prächtiges Frühstück mit super Früchtekorb.20170811_071220DDa können die Tage dann kommen.

 

DDurch die super Busanschlüsse – ich hab den Fahrplan inzwischen im Handy gespeichert – geht es für mich des öfteren auf und !!!!in!!!! die Lavafelder hinein.

 

Die Ausdehnung dieser Lavaflüsse ist beeindruckend und nur zu Fuss so richtig zu begreifen, aber gefähhrrlliicchh.

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Lavakanal
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Braune Lava mit vielen Hohlräumen
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Bims, der unter den Füßen zerbröselt.

EEinmal hat Claus mir eine Gruppentour in einen alten Lavatunnel vermittelt. Uff. Unterirdisch in den Lavafeldern wandern – kraxeln – kriechen – schlüpfen und schlupfen.

 

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Und hier is wirklich mal die Lava durchgeflossen! Bitte heut nich!20170805_095937Alles wirkt wie ein glassierter Keramiktunnel und is in Wirklichkeit auch nicht was viel anderes. Bei meinen Wanderungen gehen mir immer wieder die Augen über. Bei einer Tour mit Claus lehrt er mir aber noch in vielen Dingen das Sehen.

 

SSo sehe ich bei meiner Tour durch das Tal ‚Riviere des Ramparts‘ wie sich die Tore von Mordor öffnen und schließen.  Denk nich lange drüber nach. Kann man auch nicht filmen. Muss man gesehen haben. Nur so viel: Is ein perfektes Zusammenspiel aus Wegposition,  Geländestruktur, Bewuchs und optischen Gesetzen.

 

Doch das Tal alleine hat so viele Eindrücke zu bieten mit den Schotterebenen, den Steilhängen, den kleinen Farmflächen in halber Höhe und der Windschleuse mit dem Sonnenkessel.

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Siehst Du die 2 Menschlein rechts?? „Frodo und Sam“

 

EEin starker Magnet für mich ist die Steilküste doch der nun geschärfte Blick hat die Anziehungskraft erhöht. Mensch unglaublich Leute!!!! Man hat von den Klippen freien Blick übers Meer. Was??? Das kann’s nicht gewesen sein. Claus hat meine Augen geöffnet.  Man muss wissen nach was man sucht. Wasserfontänen – fein zerstäubt. Nicht wie im Fernsehen durch Bildbearbeitung hervorgehoben. Ja – so verfälscht sind unsere Natureindrücke und Erwartungen auch schon von den Dokusendungen.20170810_151349.jpg

IIhr wisst was ich da beobachten kann und in der Sonnenuntergangsstimmung seht ihr so einen feinen Nebel. Die beiden hab ich ca 1/2 Std. beobachtet. Drum kann ich es sagen. Eine Walkuh bewacht auf ihrem Weg um die Insel ihr Baby. Ganz sanft dümpelt sie dahin während andere Walgruppen weiter draussen vorbeifetzen. Ein unglaubliches Schauspiel und für mich vollkommen unerwartet.2017-08-10 18.40.362017-08-10 18.39.26

Gute Nacht und einen schönen Start in einen neuen Tag auf dieser grossen weiten Welt!

Psychoselfi

Während ich hier gemütlich an meinem Orga-Tag am Pool liege kann ich ja mal wunderbar über Ursprung und Hintergründe meiner ausgeflippten Reisen nachdenken und nebenbei euch die Bilder der letzten Tage präsentieren.

DDie erste grosse Anregung kam über whatsapp: Wann kommt der WAU – Effekt bei einem Land,  einer Stadt oder überhaupt einer Reise? Nun – wo liegt den überhaupt Mauritius oder Reunion und wie komm ich da hin? Mir ging es da wie den meisten. Irgendwo weit drüben und unten auf dem Globus. Nachdem ich mir Flugmöglichkeiten und paar Infos im Internet angeguckt hab war ich zufrieden und hab mir den Flug und nen Reiseführer gekauft. Nach einem kurzen Überblick über die Insel auf der googlekarte war die Hotelregion für den Anfang klar. Mit diesem Bisserl an Infos und ganz ganz wenig Bildern im Kopf und noch weniger Erwartungen bin ich dann los.

Was bleibt bei so einer laschen Vorbereitung schon anderes als der WAU – Effekt. Nur eines is mir immer wichtig. Ich studiere zuvor schon die praktischen Hinweise zu Geld, Sicherheit, öffentliche Verkehrsmittel,etc.

Dann lass ich mich überrumpeln und nehm mir die Zeit, mich auf die Möglichkeiten einzulassen. Die Abwechslung ist mir sehr wichtig obwohl ich es eigentlich schon gern bequem hätte. Immer wieder zieht es mich am liebsten da hin, wo ich mich schon auskenne. Dem muss ich bewusst einen Riegel vorschieben. Daheim is bequem und ich kenn mich aus. Das brauch ich on Tour nicht auch noch. Nur leider is es wie mit den Gummibären. Ich kenn deren Geschmack in und auswendig, ABER…….

Also is wirklich Unwissenheit bei mir der Hauptgrund für den Reiz einer Reise. Zum Glück hab ich noch die Gabe,  mich an kleinen Dingen zu erfreuen z.B. „WÜRMER und SPINNEN“. Hier auf Reunion bin ich von der grossen Überaschung direkt bisserl überfordert, der Landschaft – einfach WAU!20170729_08003120170729_084946Es gibt überall die Möglichkeit zu wandern. Das ist mein Grundnahrungsmittel auf Reisen. Ohne Natur geht es mir nicht so gut. Da muss eine Stadt dann schon quirlig und riskant sein, um mir die Socken auszuziehen. Mal über eine 6-spurige Verkehrskreuzung zu schlendern oder mit den Hrijas Kontakt aufzunehmen sind solche Herausforderungen.

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Und schon sind wir beim RISIKO. Abenteuer is das Eine aber die wahre Herausforderung sind die schwer kalkulierbaren Dinge. Mensch und Tier mit Selbstsicherheit begegnen und im Gelände so viel Selbstkontrolle aufbringen, daß das Risiko und die Angst nicht überhand nimmt, das ist mein Mittel zum Überleben. Doch so wie Vorgestern gehört manchmal eine gehörige Portion Angst dazu, um die Konzentration aufzubringen für eine sichere Rückkehr z.B. auf rutschigem, steilem Gelände. Dafür is der Lohn dann das Adrenalin und der genussvolle Rückblick auf eine tolle Zeit am Gipfel. Ich brauch DAS anscheinend.

EEs gibt noch einen Grund warum ich mir über mein Psychoselfi Gedanken mache. Ich hab Fuchur verloren. Kurz bevor ich auf einen tollen Aussichtspunkt kam, hab ich ihn plötzlich vermißt. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen,  wie komisch das war. Früher, wenn die Bären im Jungle abgehauen sind, waren sie eben lieber dort geblieben und ich hab mich drüber gefreut. Diesmal war mein Lachen darüber eher verzerrt. Ich konnte den Aussichtspunkt nicht genießen und überhaupt. Leute – ich fühlte mich plötzlich einsam!!!!

Ich bin doch glatt den Weg zurückgegangen. Ich verliere so gut wie nichts und muss mich selber drüber wundern – doch Das mit Fuchur war was anderes. Ich bin ein schäger Typ aber so schräg? Regt euch nicht auf! Hab mich selber genug aufgeregt! Ich hab ihn wieder!

EEs macht allerdings deutlich, daß ich mit einem ganz anderen Problem beschäftigt bin – Einsamkeit – und daß ich evtl davor auf Reisen flüchte. 2017-07-28 19.29.53.jpgNur diesen Weg raus aus der Miesere, den hab ich bei weiten nicht im Griff. Dafür is das Abenteuer hier die Ablenkung und die Selbstbestätigung. Drum bin ich jetz hier – schon verrückt.2017-07-26 19.07.33.jpgGut zu wissen: Ich lauf vor mir selbst davon.

Erschöpfung

Mein Körper hat mir eine Pause aufgezwungen. Heut Nacht spielte mein Bauch verrückt und machte mal auf Vulkan. So blieb mir nix anderes übrig als meine Hochtour abzublasen.  Sie sollte mich auf eine der Höhen rund um Cilaos führen. Das wären dann so 1200hm gewesen. Alles war für den Start mit Bus um 6.00 vorbereitet gewesen, doch schon die kleine Wanderung vorhin durch den Ort hat mir bewiesen “ ich bin schlapp“. Das braucht noch mindestens einen Tag. Ja, da hab ich mich die letzten Tage überfordert. Gut so kann ich endlich schreiben.20170721_100506

Die Zeit im Tal – nein, eher Kessel – von Cilaos begann mit einer Wanderung von einem Busstop in das Flusstal Bras de Cilaos hinunter, im Fluss entlang und später wieder hoch in den Ort Cilaos. 20170721_110342

Die Wanderung im Tal hat meinen Füßen zu viel abverlangt, denn irgendwann wurde mir das Aus- und Anziehen der Schuhe zu blöd und ich lief barfuß. Mir bereiten die Sohlen deshalb seit 4 Tagen heftige Schmerzen. Aber es war so toll da unten drin.2017-07-21 17.45.2320170721_112200

Und ein Bad in einem der Pools musste auch sein. Schon lange hab ich von so einer Flusswanderung geträumt.

DDie Berghänge haben auch deutliche Zeichen gesetzt um mich vor Steinschlag zu warnen. Das Tal war stellenweise so eng um Auszuweichen. Ich war um die scharfkantigen frisch zerschlagenen Steine froh. So wurde immer deutlich wo eine Pause, ein Bad möglich war und wo ich schnell durchkraxeln sollte.

20170721_135133.jpg2× / 3× hörte ich auch größere Geröllabgänge aber ich hab nix abgekriegt. Super, die Zeichen, die einem die Natur sendet.2017-07-21 17.48.25

JJa das Gelände / die Landschaft is geil.

AAm Ende meiner Tour stand die  „La Chapell“. Ein unterirdischer Durchstich des Flusses, der in dieser Schlucht wieder zu Tage tritt.2017-07-21 17.42.00

Horror in diesem Gebiet sind die vielen Auf und Abs. Da komm ich endlich auf den Weg nach oben und muss nach der Passage über einen Pass wieder runter, gleich mal 150hm auf kürzester Entfernung.  Wegen der kurzen Distanzen bei grossem Höhenunterschied übersieht man das auch gern in der Karte. Inzwischen schau ich öfter mal nach, was da auf mich zu kommt, denn ich hab hier schon viel Lehrgeld bezahlt. Ich bezahle mit Schweiß. 20170722_17340620170722_151305

Den nächsten Tag fuhr ich mit dem Bus runter in Richtung der einzigen  Zufahrt zum Kessel. Von dort stieg ich hoch und hatte mir einiges vorgenommen. Nur wie dumm bin ich denn? Fuchur hat schon bisserl bös geguckt. Hatte mir am Abend zuvor zu viel Alkohol zugemutet. 20170721_205044.jpgDie Weine hier sind edel und teuer aber in der Speisekarte steht nie, wie stark sie einem zusetzen. Doch auch die Bachbetttour hat Spuren hinterlassen.  Hatte zu wenig getrunken.

GGut – ich war nicht betrunken aber auch nicht fit. Nach einer unerwarteten Tortour von Auf und Abs quer über entlegene Bauernhöfe, 20170723_153611.jpgsowas wie Almen bei uns, war ich breit genug im Ort Palmiste Roughe in den Bus einzusteigen.

KKein Alk am Abend und der nächste Tag wird 1000× besser. Am „Sonntag“ geh ich im Norden von Cilaos eine berühmte Schleife die kurze Teile des GR R1 und des GR R2 miteinander verbindet. GR ~ Grosse Runde und R1 ~Reunion Nr.1.

Was machen die Leut hier auf dieser Insel am Wochenende: 1. Wanderungen und 2. Veranstaltungen. Auf Reunion gibt es im Oktober die „Diagonal de foue“. Heut gibt es nur die Miniatur davon. 20170723_094508.jpgIn Cilaos starten die Läufer für einen Marathon der wohl so 2000hm und etwa 40 km umfasst. Viel Spass auf der Tour.20170723_112117 Ich zeige dann wohl mal lieber in einen Trampelpfad in ein anderes Tal ab für kurz.20170724_09210720170724_123258

Hier die Schlucht in dem der Fluss verschwindet bevor er in „La Chapell“ wieder auftaucht.

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Am nächsten Tag, also gestern geh ich im Süden von Cilaos eine Schleife die ein paar Wanderwege miteinander kombiniert. Und was soll ich sagen. Markierungen die ich an meinem Weg finde zeigen – die Läufer gestern haben das von gestern und von heute so mal schnell an einem Vormittag abgelaufen,

was ich mit Hängen und Würgen an zwei Tagen gehe. Und trotzdem bin ich danach auch noch überlastet. Mein Fleisch wird schwach.

Ich überlasse euch jetz noch den Eindrücken von einem verlassenen Pristerseminar.

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Tagesberichte eines Travelers mit Risikofaktor aus Unwissenheit und Naivität.